Team-DM Senioren: Titel für M30, W30 Vizemeister



03. September 2016, Essen.  Eine erneut beispielhafte Teamleistung und die visionäre Zusammenstellung der M30-Mannschaft durch Team-Chef „Coach“ Rainer Bucholtz bescherte dem LBV Phönix auch 2016 den Titel eines Deutschen Mannschaftsmeisters – das dritte Jahr in Folge! Nach Abwägung aller Eventualitäten hatte Rainer Bucholtz als Verantwortlicher die M30-Mannschaft mit den stärksten Seniorenathleten bestückt, um einen maximalen sportlichen Erfolg erreichen zu können. So gab es zumindest die große Chance auf einen DM-Titel, statt mit zwei mittelstarken Mannschaften der M30 und M40 an den Start zu gehen. Aus sportlicher Sicht eine sinnvolle Entscheidung, die nicht alle Athleten vor allem in der M40 mittragen mochten und daher mit Absagen quittierten.

In diesem Jahr war wie schon zwei Jahre zuvor das Stadion Am Hallo in Essen-Stoppenbeck Schauplatz der Team-DM der Senioren und wieder hatten viele Vereine und vor allem Startgemeinschaften ihre Mannschaften in die Ruhrmetropole entsandt. Hervorragend präparierte Wettkampfstätten und bestes Leichtathletikwetter mit Sonne und leichtem Wind bildeten den höchstwillkommenen Rahmen dieser gefühlt immer beliebter werdenden DLV-Meisterschaft. Daran konnten Zeitplanprobleme und daraus resultierende Schwierigkeiten in der Wettkampfvorbereitung vor allem der Diskuswerfer nichts ändern.

Wie gewohnt waren die Teams des LBV Phönix – M30, W30 und M40 – auch in diesem Jahr am Vortag mit dem Bus angereist, was als ein Teil der teambildenden Maßnahmen angesehen und gern angenommen wird. Im Folgenden wird näher auf die einzelnen Mannschaften eingegangen.

M30: Deutscher Meister mit 9.660 Punkten

Die jüngste Männermannschaft hatte im Vorfeld gegenüber der Vorrunde im Mai in Hamburg-Lurup einige Ausfälle vor allem im Sprintbereich zu verkraften, konnte diese aber letztlich sehr gut kompensieren, unter anderem, weil sich Athleten fanden, die sich für das Team in die entstandene Bresche warfen. So stellte sich mit Ralf Mordhorst ein Diskuswerfer als Startläufer der abschließenden Staffel zur Verfügung, der kurz zuvor für seine Diskusleistung von 49,98m – gleichzeitig Jahresbestleistung – mit 708 Punkten die höchste Punktzahl aller an den Meisterschaften teilnehmenden Athleten und Athletinnen einheimste und damit die beste Leistung dieser Titelkämpfe ablieferte. Ihm stand im Übrigen der an vierter Position laufende Patrick Hagge nur knapp nach, der über 100m mit 11,06s tagesbester Sprinter war und dafür 695 Punkte kassierte. In der Staffel machte er mit seinem unnachahmlichen Endspurt den Sieg für die M30-Mannschaft des LBV Phönix perfekt, auch wenn er die zuvor enteilten Staffeln der LG Stadtwerke München und des LT DSHS Köln nicht mehr ganz einholen konnte. Der geringe Abstand im Staffeleinlauf zu diesen engsten Konkurrenten um den Titel und die Gewissheit des relativ großen Vorsprungs nach dem Diskuswerfen und vor der Staffel machten die Titelträume zur Gewissheit. Patrick fügte seiner Leistung in seiner Spezialdisziplin durch eine hohe Einsatzbereitschaft weitere wertvolle Punkte hinzu, indem er zwar im Weitsprung als bester Phönixer mit 5,66m nicht ganz die erhoffte Leistung umsetzen konnte, dafür aber im Hochsprung mit nicht erwarteten 1,75m ebenso überraschen konnte wie der zweite in dieser Disziplin startende Phönixer, Torben Meins, der sich gegenüber der Vorrunde in Patricks Sog um 10 Zentimeter auf 1,70m steigern konnte.

Eine Teamleistung ist immer das Zusammenspiel vieler Einzelelemente, in diesem Fall die Leistungen aller in die Wertung kommenden Athleten und auch die Absicherung vieler Disziplinen durch den Einsatz eines dritten Starters. So sind die Ergebnisse über 800m – sehr stark: Reinhard Bucholtz mit feinen 2:06,77min - und 3000m durch Andreas Hübner, Sven Schardin und Denny Wong genauso hoch zu bemessen wie die Resultate des Kugelstoßens, das unsere Starter mit 14,20m (Oliver Rohwer) und 14,14m (Ralf Mordhorst) mit einem überlegenen Doppelsieg gleich zu Beginn der Wettkämpfe für sich entschieden und damit ein Signal setzten. Zuverlässiger Arbeiter innerhalb des Teams war mit Christopher Tuncay ein Allrounder, der sich sehr gut über 100m und in der Staffel präsentierte und im Weitsprung wertvolle Punkte beisteuern konnte. Im Hochsprung kam Christopher als dritter Starter zwar nicht in die Wertung, konnte sich aber dennoch gegenüber der Vorrunde in Hamburg steigern und stellte damit wie alle anderen einen besonderen Kampfgeist an diesem Tag unter Beweis. Mit 9.660 Punkten steigerte man sich gegenüber der Qualifikation im Mai um rund 500 Punkte; in Bestbesetzung wäre selbst diese hervorragende Punktzahl pulverisiert worden und man kann mit gutem Recht auf eine Titelverteidigung im nächsten Jahr in dann gegebener Bestbesetzung hoffen! Glückwunsch an die Deutschen Meister – nicht nur für die sportliche Leistung, sondern auch für den jederzeit spürbaren Kampfgeist und Teamspirit der Teilnehmer!

 

W30: 2. Platz mit 6.663 Punkten

Ein(!!) verdammter Punkt fehlte, besser zwei, um den Titel in der W30 zu verteidigen! Jeder machte sich nach Bekanntgabe des Ergebnisses in dieser Altersklasse Vorwürfe: „Hätte ich doch nur…“, „Wäre mir nicht…“ NEIN! Alle gaben ihr Bestes für die angestrebte Titelverteidigung, es waren die letztlich besseren Ergebnisse der anderen, die für die knappste aller möglichen Niederlagen sorgte. Die Frauen der StG Ostwestfalen-Lippe hatten dieses Quentchen mehr Fortune an diesem Tag, das ihnen letztlich den Titel vor löwenhaft kämpfenden Phö­nix­er­in­nen bescherte.

Nach der Vorleistung im Mai nur als sechstbeste und damit letzte Mannschaft in der Startliste für die Endrunde aufgeführt, waren unsere Athletinnen von Beginn an bestrebt, keine Zweifel an den wahren Absichten bei diesen Titelkämpfen aufkommen zu lassen. Den Anfang machte Neuzugang Cathrin Pieper, die trotz anfänglicher Nervosität im Gleichklang mit Altmeisterin Elena Gavrilova mit jeweils beachtlichen 1,40m im Hochsprung für die ersten wertvollen Punkte sorgte.

Wie immer waren die Werferinnen wie gewohnt sichere Punktelieferanten, die ihre Disziplinen quasi beherrschten. So gewann Mareike Becker das Kugelstoßen sicher mit 11,91m, beim Diskuswurf musste sich Mirjam Beier überraschend Sandra Albrecht von der StG Ostwestfalen-Lippe geschlagen geben, die mit 40,24m zu 40,18m knapp die Oberhand behielt. Als jeweils zweitbeste Phönixerin brachte Claudia Kohnke 11,18m und 38,63m in die Wertung ein.

Beispielhaft für den kämpferischen Einsatz aller Phönix-Starterinnen seien hier die Ergebnisse der 800m-Läuferinnen erwähnt. Nannette Hauptstock lieferte mit 2:32,23min eine Leistung wie seit vielen Jahren nicht mehr ab, während sich Späteinsteigerin Astrid Torff gleich um 10 Sekunden genau dann steigerte, als es darauf ankam.

Die weiteren Phönix-Starterinnen Natali Hennig, Gabriela Kunz und Ulrike Mühlhäuser rundeten mit ihrer Einsatzbereitschaft den positiven Eindruck ab, die die diesjährige W30-Mannschaft hinterließ und trugen mit ihren Ergebnissen zur starken Gesamtleistung bei, welche deutlich über der des Vorjahres lag, als man den Titel gewinnen konnte.

M40: 6. Platz mit 8.459 Punkten

Auch ein außergewöhnlicher Teamgeist und Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft konnte den sechsten und letzten Platz in der Endrunde in Essen nicht verhindern. Die Mannschaft musste Ausfälle und Absagen hinnehmen, bestritt ihre Wettkämpfe aber unverdrossen und mit sehr viel Engagement der letzten Aufrechten, denen es trotzdem ungeheuren Spaß machte und die Zugehörigkeit zu den besten deutschen Teams dieser Altersklasse genossen. Und vor allem allein die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften als das sahen, was sie ist: eine sportlich hoch einzuschätzende Leistung! Das und das Unverständnis für die Nichtteilnahme einiger früherer Leistungsträger wurde immer wieder angeführt, wenn man die Mannschaftsmitglieder nach ihrer Motivation befragte. Niemand ließ sich von der Aussichtslosigkeit herunterziehen, die nach einigen Disziplinen immer deutlicher wurde. Es wurde unverdrossen gekämpft und das Beste gegeben.

Beispielhaft für den großen Teamgeist der verbliebenen M40er war die Hochsprungkonkurrenz. Zunächst nach den Absagen und angesichts der Anfangshöhe als eine Disziplin mit null Punkten einkalkuliert, stellten sich mit Jan-Boyke Seemann, Klaus Lehmann und Jörg Zimmermann drei Mutige der Aufgabe, in dieser schwierigen Disziplin Punkte einzufahren. Keiner von ihnen beschäftigte sich seit Jugendzeiten mehr mit dem Hochsprung, dennoch wagten es die drei. Während Jörg an der Anfangshöhe scheiterte, aber für sein Engagement dennoch gefeiert wurde, durften die Mitglieder der anderen Phönix-Mannschaften als Zeugen des Geschehens die 1,40m von Klaus Lehmann und sogar 1,45m von Boyke Seemann bejubeln, der danach den Wettkampf abbrach, um sich für seine restlichen Einsätze zu schonen. So kamen immerhin 950 statt null Punkte in die Gesamtwertung, was der Mannschaft einen kräftigen Motivationsschub brachte.

Marlo Burych und Boyke hielten gleich anschließend mit ihren Kugelstoßergebnissen von 12,89m und 12,46m die Hoffnungen zwar hoch, aber insgesamt reichte die Leistungsfähigkeit an diesem Tage trotz hoher Einsatzbereitschaft einfach nicht aus, um sich weiter vorn im Teilnehmerfeld behaupten zu können.

Die Staffel war dann noch einmal ein besonderes Erlebnis, da mit Marlo und Boyke zwei Werfer und mit Klaus Lehmann und Jochen Bucholtz zwei Mittelstreckler das Staffelholz um die Stadionrunde trugen.

Die weiteren Starter in der M40: Mario Wendt, der auf den Mittelstrecken punktete und Stefan Franck, der über 100m und im Weitsprung wertvolle Zähler für das Gesamtergebnis beisteuerte.

Begeistert registrierte der Betreuerstab um Mannschaftsleiter Rainer Bucholtz, Abteilungsleiter Harald Rösch, Berichterstatter und HL-Sports-Redakteur Arno Reimann sowie den Trainern Uwe Mundt und Martin Kath die mannschaftliche Geschlossenheit und die positive Stimmung, die in allen drei Teams herrschte. Rainer Bucholtz kündigte auf der Rückfahrt nach Lübeck an, ein weiteres Jahr für die Mannschaften der Team-DM Verantwortung zu übernehmen und einsetzen zu wollen, was mit großer Begeisterung und Hochrufen auf den ehemaligen, langjährigen Abteilungsleiter der Leichtathleten im LBV Phönix quittiert wurde.

Die weiteren Ergebnisse sind bitte der Ergebnisliste zu entnehmen!