Werfer mit neun Medaillen bei LM



04./05. Juni 2016, Hamburg. Exzellentes Leichtathletikwetter erwartete die Teilnehmer der gemeinsamen Landesmeisterschaften der Verbände von Hamburg und Schleswig-Holstein auf der Hamburger Jahnkampfbahn. Männer und Frauen sowie Jugend U18 und die Mehrkämpfer der U16 sorgten für volle Starterfelder und viel Trubel und Jubel in Hamburgs altehrwürdiger Kampfbahn.

Am ersten Wettkampftag ermittelten die weiblichen und männlichen Hammerwerfer ihre Titelträger. Für den Phönix sprang gleich in der ersten Disziplin, dem Hammerwerfen der Frauen, der erste Titel heraus. Mareike Becker verbesserte in den ersten drei Würfen dreimal den eigenen Landesrekord der Altersklasse W35, den sie erst vor eineinhalb Wochen mit 43,91m aufgestellt hatte. Über 44,06m im ersten und 44,99m im folgenden Versuch schlug das 4 Kilo-Gerät im dritten Durchgang bei 45,27m ein. Danach war die Spannung etwas heraus und trotz guter Würfe konnte sich die 35 Jahre alte Gymnasiallehrerin nicht weiter steigern.

In Abwesenheit des hohen Favoriten Peter Huber galt Trainingspartner Marlo Burych als erster Anwärter auf den Titel im Hammerwurf der Männer. Leider konnte Marlo aber seine im Training verbesserte Leistungsfähigkeit noch nicht in den Wettkampf transferieren und musste sich so M50-Werfer und Altmeister Rüdiger Möhring (TSG Bergedorf) geschlagen geben, der mit dem für ihn schwereren Wettkampfgerät den Titel mit 45,77m zu 43,87m einheimste.

Am Sonntag erwartete die Diskuswerfer und Kugelstoßer zum Teil sehr große Teilnehmerfelder, vor allem bei den Frauen. Zunächst trugen die Männer ihren Titelkampf mit der Kugel aus. Vier der sieben gemeldeten Athleten stellte hier der LBV Phönix. Nach zähem Beginn übernahm jedoch zunächst der Elmshorner Kevin Schmidt mit exakt 14 Metern die Führung. Diese eroberte sich Oliver Rohwer in der nächsten Runde mit 14,34m und behielt diese auch bis zum sechsten Durchgang. Inzwischen hatte sich Ralf Mordhorst mit Versuchen von 13,98m und 13,94m an die 14m-Marke herangepirscht. In seinem letzten Versuch ließ es der Agrarökonom aus der Nähe von Bordesholm dann krachen: mit wenig Technik, dafür umso mehr Dynamik im Arm katapultierte der amtierende Norddeutsche Meister im Diskuswurf die 7,26Kg-Kugel auf 14,53m! Damit wurde zwar wie erwartet ein Phönix-Athlet Landesmeister im Kugelstoßen der Männer, allerdings mit Ralf Mordhorst ein anderer als erwartet. Oliver haderte mit dem stumpfen Ring und will nun in den kommenden Wettkämpfen eine bessere Stabilität in den Stößen erarbeiten. Dennoch: Doppelsieg für die Adlerträger! Vierter wurde Jan-Boyke Seemann mit neuer Jahresbestleistung von 12,95m vor seinem Dauerrivalen Marlo Burych, der mit 12,50m sichtlich unzufrieden war.

 

Auf einen Doppelsieg hatten auch die Diskuswer­fer­innen spekuliert. Mit Mirjam Beier und Claudia Kohnke gab es gleich zwei Phönixerinnen mit Titelambitionen. Ihnen machte aber die junge Hamburgerin Janina Lange einen Strich durch die Rechnung. Die Neunzehnjährige vom Athletikteam Hamburg, die von Olympiasieger Rolf Danneberg betreut wird, begann sehr verhalten und einem 33m-Wurf, steigerte sich jedoch in ihrem letzten Versuch auf 42,91m und zog damit an der bis dahin führenden Mirjam Beier vorbei, die in einer gleichmäßigen Serie ihren Spitzenwert von 42,13m im vierten Versuch erreicht hatte. Dritte wurde mit einer ebenfalls guten Serie Claudia Kohnke, die mit 41,21m nicht unzufrieden war. Silber und Bronze also für die Adlerträgerinnen. Als Vierte bewegte sich Mareike Becker mit 36,85m in ihrem Standardleistungsbereich.

Nach den Frauen belegten die diskuswerfenden Männer die Anlage auf dem Nebenplatz des Stadions. Hier bestand eine kleine Hoffnung, dass Ralf den Rückenwind aus dem Kugelstoßen mit in das Diskuswerfen nehmen und dem favorisierten Rönnauer Mehrkämpfer Matthias Prey Paroli bieten könnte. Es begann mit 48,22m auch gleich ganz gut, bei dieser Weite blieb es aber leider auch schon. Prey steigerte sich über 48,41m im zweiten auf 50,67m im dritten Durchgang und machte damit den Landestitel für sich und seinen Verein klar. Oliver Rohwer verfehlte als Drittplatzierter die 40m-Marke mit 39,82m knapp. Marlo Burych wusste als Vierter mit 38,04m durchaus zu gefallen, wenn auch die Serie in Weite und Sicherheit sehr ausbaufähig ist. Auch Boyke konnte seine Saisonbestleistung beim ersten Saisonhöhepunkt auf 37,58m steigern und damit zufrieden den Heimweg antreten.

Die Frauen beschlossen mit dem Kugelstoßen den Wettkampftag. Ein Riesenfeld von 17 Starterinnen bewarb sich um den Titel, was bei großer Hitze und wenig Schatten allen Athletinnen viel abverlangte. Entsprechend der Vorbelastung durch den Vortag und das vorherige Diskuswerfen – die Frauen mussten gemeinsam mit der wU18 werfen, was den Wett­kampf aufgrund der vollen Starterfelder auf eineinhalb Stunden hinzog - begann Mareike sehr verhalten und einem 10m-Stoß. In den nächsten beiden Versuchen ging es mit knapp über 11 Meter gerade ausreichend weit genug, um den Endkampf der besten acht Kugelstoßerinnen zu erreichen. Jetzt begann nach langer Warterei zwischen den Versuchen des Vorkampfs endlich der „richtige“ Wettkampf. Mareike steigerte sich in Durchgang vier auf 11,83m und Platz drei, im fünften Versuch sogar mit purer Willenskraft auf 12,20m und den bis dahin gültigen Spitzenwert. Die bisherige Spitzenreiterin Isabell Nimtz vom Track & Field Club Hamburg konterte allerdings postwendend mit 12,32m und abschließenden 13,23m. Da im finalen Durchgang auch noch die Kielerin Jennifer Zornig mit 12,37m an Mareike vorbeizog, blieb ihr am Ende „nur“ die Bronzemedaille. Diese wog allerdings nach zwei anstrengenden Tagen und dem Wissen um Mareikes Trainingszustand eher wie eine Goldmedaille und machte Athletin und Trainer rundherum zufrieden.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Werfer zwei Titel und weitere sieben Medaillen zum Abschneiden des LBV Phönix (vier Titel, gesamt 14 Podestplatzierungen) beisteuerten und sich auf einem gu­ten Weg zu den weiteren Saisonhöhepunkten befinden.